Das Brustkreuz (Pektorale)
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Erst viel später als die anderen Insignien wurde das Brustkreuz Zeichen bischöflicher Würde. Darum wird es als einziges der Insignien nicht bei der Weihe überreicht, denn der Weiheritus ist älter. Das Brustkreuz geht auf den Brauch der ersten Christen zurück, Reliquien von Märtyrern in Kapseln um den Hals zu tragen. Zum Ehrenzeichen der Bischöfe zählt das Brustkreuz erst seit dem Mittelalter. Offiziell anerkannt wurde es 1570 von Papst Pius V.
In der Barockzeit waren die Brustkreuze oft prunkvoll. Heute bevorzugen viele Bischöfe einfachere Kreuze. "Das Brustkreuz wird über der Kasel und über der Mozzetta, aber unter dem Pluviale getragen. Der Brauch, das Brustkreuz unter der Kasel und der Dalmatik zu tragen, kann jedoch beibehalten werden" (Zeremoniale, Nr. 61).
Das Brustkreuz von Bischof Norbert Trelle wurde von dem Künstler Christoph Honecker gestaltet. Honecker schreibt dazu:
"Der Gestaltung des Kreuzes liegt der Spruch von Herrn Bischof Trelle zu Grunde: "Fundamentum est Jesus Christus". Zentrales Gestaltungselement bildet ein Bergkristallcabochon, welcher sphärisch gewölbt und mit Einschlüssen versehen ist. Diese Einschlüsse sind im Stein in wolkig-nebligen Strukturen angeordnet, so dass man fast den Eindruck hat, man habe einen Ausschnitt des Weltalls vor sich. Hinter dem Bergkristall ist ein Kreuz derart angebracht, dass es durch den Stein sichtbar wird: Jesus Christus durchdringt das ganze All mit seiner Liebe. Verstärkt werden soll diese Aussage durch die sphärische Wölbung des Steins, welche zu der Form des Kreuzes durch die vielfachen Brechungen des Lichts in ein lebendiges Wechselspiel tritt.
Die Form des Kreuzes ist aufgebaut durch einzeln miteinander verlötete Stäbe, womit die Gemeinschaft der Kirche Christi zum Ausdruck kommen soll, die sich ja auch aus einzelnen Individuen zusammensetzt und erst in der erlebten Gemeinschaft im Glauben zum eigentlichen, wahren Leben gelangen, mit Jesus Christus als Zentrum."





