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„Gott, du Lebensenergie“ (pdf, 423 KB)

„Gott, du Lebensenergie“ (Gottesdienstentwurf)

Die Idee eines Tages für die Schöpfung kam bereits 1989 vom Ökumenischen Patriarchat in Konstantinopel. Konkret wurde vorgeschlagen, den 1. September, mit dem das orthodoxe Kirchenjahr beginnt und der der Schöpfung gewidmet ist, zum europäischen Schöpfungstag zu erklären.

In Anlehnung hieran heißt es in der 2001 unterzeichneten Charta Oecumenica in der Leitlinie 9 „Schöpfung bewahren“: „Wir empfehlen, einen ökumenischen Tag des Gebets für die Bewahrung der Schöpfung in den europäischen Kirchen einzuführen.“

Die Dritte Europäische Versammlung 2007 in Hermannstadt/Sibiu hat dies bedacht und auf eine Zeitspanne hin konkretisiert, die mit dem orthodoxen Schöpfungstag beginnt, das Erntedankfest in sich schließt und mit dem Tag des Franz von Assisi endet. Und so lautet die „Empfehlung X“: „Wir empfehlen, dass der Zeitraum zwischen dem 1. September und 4. Oktober dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils gewidmet wird, um den Klimawandel aufzuhalten.“ Innerhalb dieser Spanne ent-scheiden die Kirchen und Gemeinden, welcher Tag oder welche Tage sich für eine Schöpfungszeit am besten eignen.

Schöpfungstag und Schöpfungszeit stehen damit in der Tradition des Konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Dass die Bewahrung der Schöpfung zur Glaubwürdigkeit von Kirchesein und Christsein dazu gehört, ist spätestens seit der Ersten Ökumenischen Europäischen Versammlung in Basel 1989 eine Grundeinsicht der Kirchen in Europa. Heute führt besonders der Klimawandel vor Augen, dass die drei Aspekte des Konziliaren Prozesses – Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung – zusammengehören: Von seinen Auswirkungen sind Menschen, die ihn am wenigsten verursacht haben, besonders stark betroffen: Arme und Angehörige zukünftiger Generationen. Das wirft das Thema Gerechtigkeit auf. Zum anderen drohen um den zerrinnenden fruchtbaren Boden Kriege. Schöpfung bewahren heißt dem Frieden dienen.

Gerade angesichts des Klimawandels kommt der Art und Weise, wie wir Energie erzeugen und nutzen, eine zentrale Bedeutung zu. Deshalb ist das Thema dieses Gottesdienstentwurfes Energie: Gottes Energie, mit der er in seiner Schöpfung wirkt und für die wir uns öffnen können, und darum, wie wir mit Energie umgehen.

Diese Gottesdienstvorlage hat eine Arbeitsgruppe aus der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, dem Bistum Hildesheim und St. Sava in Hannover / Serbische orthodoxe Diözese für Mitteleuropa erarbeitet.

Möglicherweise gibt es in Ihrer Pfarrgemeinde zusammen mit Ihren ökumenischen Partnergemeinden die Gelegenheit, einen Schöpfungsgottesdienst zu feiern. Mit dieser Broschüre möchten wir dazu eine kleine Hilfestellung liefern.